Der MDAX® feiert am 19. Januar 2026 sein 30-jähriges Bestehen. Der Index bildet die Entwicklung deutscher „Mid-Caps“ ab und gilt als wichtiger Indikator für den börsennotierten deutschen Mittelstand[1].
Das Jubiläum fällt in eine Phase neuer Höchststände – sowohl bei der Rendite, mit der der MDAX den DAX® seit seiner Einführung hinter sich ließ, als auch bei Mittelzuflüssen in MDAX-ETFs[2]. Dank einer transparenten und regelbasierten Methodologie – die allen Indizes der DAX-Familie gemeinsam ist – und einem breiten Spektrum an handelbaren Produkten, hat sich der Index als Zugang zum Rückgrat der deutschen Wirtschaft etabliert. Die Erweiterung um nachhaltige Indexvarianten unterstreicht dabei seine Zukunftsfähigkeit.
Trotz turbulenter Marktzeiten, dazu gehörten auch der Dotcom-Crash (2000), die globale Finanzkrise (2007–2009) und die COVID-19-Pandemie (2020) hat der MDAX seit seiner Einführung 1.088 %[3] (auf Basis der Gesamtrendite) zugelegt. Dies entspricht einer jährlichen Rendite von 8,3 % – eine Outperformance von 151 Prozentpunkten gegenüber dem DAX im selben Zeitraum.
Abbildung 1: Kursentwicklung
MDAX-Kennzahlen
Hochgradig investierbarer Markt
Aktuell gibt es vier ETFs (der erste davon wurde 2001 aufgelegt), die den MDAX abbilden und zwei Fonds, die nachhaltige Versionen des Mid-Cap-Index nachbilden. Zusammen verwalten diese Fonds circa 4,4 Milliarden Euro, wovon fast die Hälfte durch Nettozuflüsse im Jahr 2025 generiert wurde[4].
Die Deutsche Terminbörse (DTB), der Vorgänger von Eurex, führte Ende der 1990er Jahre MDAX-Futures und -Optionen ein. Im August 2021 führte die Eurex Mini-Futures und -Optionen auf den MDAX ein und stellte den Handel mit den bisherigen Kontrakten ein. Das Open Interest in Mini-MDAX-Derivaten lag Ende Dezember bei circa 2 Milliarden EUR.
Darüber hinaus sind gegenwärtig über 2.300 MDAX-Investmentzertifikate an der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) zum Handel verfügbar.
„Weltweit bieten nur sehr wenige nationale Märkte einen Mid-Cap-Index mit dieser hohen Investierbarkeit. Der MDAX zeigt die Stärke und Dynamik der führenden deutschen Mid-Cap-Unternehmen und basiert auf einer Methodologie, die auf Liquidität und zuverlässige, regelbasierte Stabilität ausgelegt ist“, betont Serkan Batir, Managing Director und Global Head of Index Product Development and Benchmarks bei STOXX
Laufende Weiterentwicklung der Indexmethodologie
In den letzten drei Jahrzehnten wurden Anpassungen an der MDAX-Methodologie vorgenommen. Im November 2020 kündigte STOXX eine Reform der DAX-Auswahlindizes an, zu denen auch der MDAX gehört. Darunter fielen auch neue Regeln, die die Qualität der Indexkomponenten stärkten und die Auswahlkriterien mit internationalen Standards in Einklang brachten.
Die Reform führte dazu, dass Unternehmen der DAX-Auswahlindizes ihre Jahresabschlüsse rechtzeitig veröffentlichen und bestimmte Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in Bezug auf Prüfungsausschüsse erfüllen müssen. Das Auswahlkriterium der Handelsumsätze wurde zugunsten einer Mindestanforderung an die Liquidität gestrichen. Dabei bleibt die „Free-Float-Marktkapitalisierung“, wie international üblich, die wichtigste Kennzahl. Mit dieser Änderung sollte der Prozess der Indexzusammensetzung vereinfacht und die Indexmethodologie mit den traditionellen Benchmark-Indizes in Einklang gebracht werden.
Die Anforderung, dass alle Bestandteile der DAX-Auswahlindizes an der Frankfurter Wertpapierbörse im Prime Standard gelistet sein müssen, wurde zugunsten einer Notierung am Regulierten Markt der FWB gestrichen. Die zentrale Anforderung des Prime Standard, Quartalsberichte, Halbjahresfinanzberichte und geprüfte Jahresabschlüsse zu veröffentlichen, wurde als Teil der Index-Methodologie beibehalten.
Der MDAX wurde 1996 mit 70 Unternehmen eingeführt. Diese Zahl hat sich im Laufe seines Bestehens mehrmals verändert. Im Jahr 2003 wurde die Anzahl auf 50 Unternehmen reduziert, ehe sie 2018 nach dem Ende einer Neuklassifizierung für Technologieunternehmen auf 60 anstieg. Seit 2021 umfasst der MDAX wieder 50 Unternehmen.
MDAX: Chronik
Entwicklung MDAX-Mitglieder
Von den ursprünglichen Mitgliedern des MDAX ist die Hochtief AG das einzige Unternehmen, das seit seiner Einführung im Jahr 1996 immer noch Teil des Index ist. Obwohl das Unternehmen im September 2021 in den SDAX® herabgestuft wurde, wurde es im Mai 2023 wieder in den MDAX aufgenommen. Hochtief blickt somit insgesamt auf die längste Mitgliedschaft im MDAX zurück.
Das Unternehmen mit der längsten durchgehenden MDAX-Mitgliedschaft ist die Rheinmetall AG. Der Rüstungskonzern war eines der ursprünglichen MDAX-Komponenten und blieb es bis zu seinem Aufstieg in den DAX im März 2023.
MDAX-Versionen und Einführungsdatum
Sektorzusammensetzung
Der MDAX präsentiert sich heute wesentlich diversifizierter als noch vor einem Jahrzehnt: Während der Industriesektor mit 36% seine führende Rolle behauptet, gewinnt das Indexprofil durch expandierende Sektoren wie Informationstechnologie und Telekommunikation an Vielfalt (Abbildung 2).
Abbildung 2: MDAX-Supersektor-Aufteilung
Ausblick
Seit der Wiedervereinigung hat Deutschland einen tiefgreifenden wirtschaftlichen Wandel vollzogen. Über weite Strecken dieser Ära fungierte der MDAX als präzises Barometer für eines der dynamischsten Geschäfts- und Wachstumssegmente des Landes. Dank einer stetig verfeinerten Methodologie und eines wachsenden Ökosystems investierbarer Produkte bleibt der MDAX auch weiterhin eine bevorzugte Benchmark für Investoren, die einen direkten Zugang zu deutschen Unternehmen mit mittlerer Marktkapitalisierung suchen.
[1] Laut dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), gehören 99,5 % aller deutschen Unternehmen zum Mittelstand, während 60 % aller Beschäftigten in mittelständischen Unternehmen arbeiten. „Mittelstand” bezieht sich in der Regel auf familiengeführte Unternehmen, von denen viele inzwischen börsennotiert sind.
[2] In 2025 sind laut STOXX-Daten 1,8 Milliarden Euro (netto) in MDAX-ETFs geflossen. Dies steht im Vergleich zu geringen Nettoabflüssen in den Jahren 2024 und 2023.\
[3] Daten bis einschließlich 5. Januar 2026.
[4] Quelle: STOXX, Morningstar Direct. Daten bis Dezember 2025.